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  • emphilipzig

Mein Leben mit Depressionen

Aktualisiert: 14. Nov.

Mich haben einige Fragen erreicht, welche ich euch natürlich gerne beantworten möchte. Das ist ja auch der Grund, weshalb ich das hier mache. Mich freut es sehr, wenn ihr euch nicht scheut und einfach drauf los fragt. Also schreibt mir gerne über Instagram. :)


Ich finde es sehr wichtig, diese Fragen zu beantworten, damit man auch als außenstehende Person verstehen kann, was die Depression mit einem macht und was in einem so vorgeht. Es wird sicherlich eine Fortsetzung geben von diesem Beitrag, da ich nicht alles zu 100% beantworten kann, da ich noch in der Behandlung stecke.



Eure Fragen


Fällt mir doch gar nicht so leicht eure Fragen zu beantworten, weil ich mich dann intensiv mit meinem inneren (Gefühle, Gedanken etc.) befassen muss und ich das ungern mache.


1.Wie lebe ich mit meinen Depressionen

2.Wie ich zu meinem Therapieplatz gekommen bin

3.Was mir kurzfristig in einer depressiven Phase hilft

4.Selbstrealisierung der Problematik, Erkenntnisse, Fortschritte


 

1.Wie lebe ich mit meinen Depressionen


Die Frage lässt sich tatsächlich schwer beantworten für mich. Ich hatte die letzten Wochen eher das Gefühl, einfach überleben zu müssen. Dennoch ist ein Alltag für mich wichtig. Ich stehe gerne um 5 Uhr auf, fahre ins Fitnessstudio und anschließend arbeiten. Ich mag das echt sehr und werde nichts daran ändern. Einmal die Woche gehe ich dann zur Therapie. Ich merke, dass die Therapie mir hilft. Dort fühle ich mich verstanden, weniger einsam und weniger verrückt.



2.Wie ich zu meinem Therapieplatz gekommen bin


Mein Psychiater gab mir damals den Tipp, mich an eine Vermittlungsstelle (ich wählte BIPP) zu wenden. Ich bin mit einem Termin dorthin, beantwortete ein paar Fragen. Die Dame schlug mir einen Therapeuten vor. Ich hatte lediglich Email Kontakt mit ihm und merkte da schon, dass es nicht passt bzw. fühlte ich mich nicht wohl. Ich war oder bin sehr wählerisch, aber das ist ok finde ich, da man sich der Person ja anvertrauen und sich wohlfühlen muss. Mir wurden dann Alternativen vorgeschlagen und dort suchte ich mir einfach jemanden aus und es passte. Heute bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl.



3.Was mir kurzfristig in einer depressiven Phase hilft


Ganz ehrlich? Heulen. Unterwegs gucke ich entweder TikTok oder höre Lieder aus meiner extra-für-Depressionen-erstellte-Playlist, gucke aus dem Fenster und versuchte an nichts zu denken. Ich stelle aber eher alles in Frage, was auch total okay ist. Ich bin ein Overthinker, schon immer gewesen, kann somit meine Gedanken nie ausstellen. Ich gehe sonst auch einfach schlafen und hoffe, dass der nächste Tag ein guter wird...



4.Selbstrealisierung der Problematik, Erkenntnisse, Fortschritte


Fiese Frage, echt. Ich wusste letztes Jahr, dass ich da nicht mehr allein rauskomme. Damals mit 14 Jahren war diese Traurigkeit nicht ganz sooo stark, aber letztes Jahr im Sommer wusste ich echt nicht, ob ich da lebend rauskomme. Oftmals habe ich auch gar nichts gefühlt. Ich lag einfach im Bett und starrte in mein Kinderzimmer.

Fortschritte habe ich auf jeden fall gemacht. Ich komme morgens aus dem Bett, habe auch wieder Freude am leben. Klar, gibt es oftmals Rückschläge und die halten auch manchmal Tage oder Wochen an. Zu erkennen, dass man gerade wieder ins Tief fällt, ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. In dem Loch angekommen, ist aber nicht so leicht rauszukommen. Entweder die Antidepressiva lassen dich hoch fliegen oder du hast Freunde, die dir die Leite nach unten werfen und dich mit Zurufen motivieren nach oben zu klettern.




Ich habe das Gefühl, dass diese Antworten nicht wirklich hilfreich sind, aber ich werde sie in ein paar Monaten erneut beantworten und dann werde ich und ihr einen Fortschritt (hoffentlich) sehen. Eine Depression ist aber auch nicht wirklich spannend...


(Quelle: Instagram, @maxrichardlessmann)



Ich möchte mich nochmal bedanken für eure lieben Nachrichten. Sie haben mich sehr ermutigt. Das ist auch nicht selbstverständlich für mich! Danke!!!!!!!!!


Und wie immer: ich rauche jetzt eine Pfeife und wünsche euch noch einen schönen Sonntag!

Alles wird gut, eure Emily :)



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